Unser Mitarbeiter Dani Züst hat sich im Spätsommer einen langgehegten Traum erfüllt: Er hat mit dem Gravelbike die etwas mehr als 2’300 Kilometer von Horgen nach Portugal unter die Räder genommen. Die ganze Tour ist er in 15 Tagesetappen und mit entsprechend ambitionierten Tagesdistanzen unfallfrei gefahren. Er hat auf ein Cannondale Topstone Gravelbike mit Zipp-Felgen vertraut. Total hat er sich 1 Ruhetag gegönnt.
Nachfolgend schildert Dani seine Erfahrungen bezüglich Streckenplanung und Auswahl des Gepäcks. Zwei sehr entscheidende Faktoren, um Bikepacking-Touren oder auch -Rennen erfolgreich absolvieren zu können. Auch bei Dani hat sich gezeigt: Eine gute Vorbereitung ist unabdingbar, aber feit vor Überraschungen nicht.
Von Dani Züst. Am 4. September 2024 war es endlich so weit: Meine Radreise nach Portugal begann. Schon 2020 hatte ich vor, mit einem Tourenrad, Zelt und Schlafsack nach Portugal zu fahren. Doch Covid machte meine Pläne zunichte. Vier Jahre später ergab sich dann endlich der passende Moment, und ich konnte meine Reise – dieses Mal mit dem Gravelbike und ohne Zelt sowie Schlafsack – antreten.
Routenplanung: Wichtige Testtour
Im Vorfeld verbrachte ich viele Stunden damit, die Route über Komoot zu planen. Kurz vor der Abreise absolvierte ich als Hauptprobe eine dreitägige Tour. Dabei stellte ich fest, dass das gewählte Komoot-Profil “Gravelbike” nicht optimal für eine lange Tour nach Portugal war: Die Route enthielt zu viele Singletrails, auf denen ich nur langsam vorankam, und führte selten durch Dörfer und Städte, was die Versorgung unterwegs erschwerte. Deshalb überarbeitete ich die Planung kurz vor dem Start und stellte auf das “Fahrrad”-Profil um. Diese Entscheidung erwies sich als goldrichtig, denn die Route von der Schweiz nach Portugal verlief ohne böse Überraschungen.

Velo-Setup: So hat es funktioniert
Da ich nichts dem Zufall überlassen wollte, widmete ich mich auch intensiv dem Setup meines Gravelbikes. Nach Probefahrten, zahlreichen Gesprächen mit Kollegen in der Werkstatt von Tempo Sport Horgen und unzähligen Stunden der Recherche entschied ich mich für einen Aero-Aufsatz von Profile Design und die Tubeless 35er Cinturato-Reifen von Pirelli. Diese Wahl stellte sich als ideal heraus: Ich hatte eine bequeme Sitzposition und erlebte auf der gesamten Reise keinen einzigen Defekt, nicht einmal einen Platten.

Gepäck: Konkrete Tipps
Ein weiterer wichtiger Punkt für mich war die Wahl des Gepäcks. Ich entschied mich für eine 9-Liter-Satteltasche, eine 4,5-Liter-Rahmentasche und eine 1-Liter-Oberrohrtasche. Diese Auswahl war grundsätzlich gut, bis es nach der fünften Etappe unerwartet kalt wurde und ich zusätzliche Kleidung wie ein Velojäckchen, einen Merino-Baselayer und Knielinge kaufen musste. Mit den zusätzlichen Kleidungsstücken wurde der Platz knapp, und ich besorgte eine zusätzliche 1-Liter-Lenkertasche.

Meine Packliste für die Taschen sah wie folgt aus:
9-Liter-Satteltasche:
- Freizeitkleidung: Schlafshorts, 2 Boxershorts (Unterwäsche), 2 T-Shirts, Shorts für Freizeit, dünnes Jäckchen, Flip-Flops
- Fahrradkleidung: Regenjacke, 1 Bibshort, 1 Jersey, 1 Paar Socken
4.5-Liter-Rahmentasche:
- 3 Zigarren, Zigarrenschneider, Zündhölzer, um die Zwischenziele und schlussendlich das Hauptziel zu feiern 😊
- 37 ml Kettenöl, Multitool, Ersatzschlauch, Kartusche inkl. Adapter, Reifenheber (2 Stück)
- Ladegerät für 4 Geräte, 2 Ladekabel für Garmin 1050/iPhone/Frontlicht, 10.000er Mini-Powerbank sowie 1 Ladegerät für Garmin Rücklicht
- Euro-Banknoten, Rollback-Kabelschloss, HipLock-Schloss
- Sitzcreme, Zahnbürste und Zahnpasta, Skin Repair Gel (20 ml), Sonnencreme (50 ml), After Sun (50 ml)
- 1-2 Snickers
1-Liter-Oberrohrtasche:
- Kleine Einkaufstasche, 1-2 Snickers, kleiner Geldbeutel, EarPods, Lippenpomade, kleines Sackmesser, Armlinge
1-Liter-Lenkertasche:
- Knielinge, Merino-Baselayer, Velojäckchen
Am Velo:
- 2 x 550 ml Bidons, Alarm/Tracker, Pumpe, Front- und Rücklicht, Garmin 1050, Ersatzschlauch

Fazit zu Planung und Gepäck
Insgesamt hat meine Planung sehr gut funktioniert. Die Route würde ich erneut mit demselben Komoot-Profil “Fahrrad” planen. Auch am Setup würde ich nichts ändern. Einzig bei der Wahl der Gepäckstücke sehe ich noch Optimierungspotenzial: Je nach Wetter und Temperaturen würde ich statt der 1-Liter-Oberrohrtasche eine 2-Liter-Tasche wählen, wodurch ich die 1-Liter-Lenkertasche einsparen und aerodynamischer unterwegs sein könnte.




