In der kühleren und dunkleren Jahreszeit muss das Velo nicht im Keller vor sich hingammeln. Auch im Winter macht das Velofahren draussen Spass. Allerdings solltest du dabei einige Dinge beachten. Wir fassen das Wichtigste hier zusammen. Vive le vélo!
Velopflege ist die halbe Sicherheit
Wer regelmässig auf zwei Rädern unterwegs ist, weiss: Ein gut gewartetes Velo macht jede Tour angenehmer – und sicherer. Ob modernes Velo oder 20 Jahre alt – Sicherheit ist (auch) eine Frage der Wartung. Doch in der Praxis zeigt sich, dass viele Fahrerinnen und Fahrer den Pflegeaufwand unterschätzen. Wir begegnen bei unserer täglichen Werkstattarbeit leider noch viel zu oft ungepflegten, schmutzigen Velos. Dadurch verschleissen sie deutlich schneller. Denn ein Fahrrad besteht aus vielen mechanischen Teilen, die Reibung, Wetter und Kräften ausgesetzt sind. Ein jährlicher Service reicht meist nicht aus. Also pflegt eure Velos selber regelmässig und bringt sie auch regelmässig in den Service. So sorgt ihr für Fahrtüchtigkeit und Sicherheit.
Vor der Fahrt: Kleine Checks, grosse Wirkung
Ein kurzer Kontrollblick vor jeder Fahrt sorgt dafür, dass du sicher und entspannt unterwegs bist. Dazu gehören:
- Reifendruck: Schnelltest mit den Fingern ist ok, genauer wird’s mit einer Pumpe mit Manometer. Der erlaubte Druck steht auf dem Reifen – das sollte man weder über- noch unterschreiten.
- Reifenprofil: Regelmässig auf Schnitte, Risse oder Fremdkörper kontrollieren.
- Bremsen: Scheibenbremsen sind heute Standard und lassen sich gut optisch prüfen. Bremsbeläge dürfen nicht bis aufs Metall abgefahren sein.
- Akku-Check: Bei E-Bikes und elektronischen Schaltungen besser schon am Vorabend prüfen.
- Beleuchtung: Besonders wichtig in der dunkleren Jahreszeit. Vorne weiss, hinten rot – dauerhaft leuchtend bei Dunkelheit ist vorgeschrieben. Blinklichter sind als zusätzliche Option erlaubt oder als Tageslicht.
Profil, Reifendruck, Fahrtechnik
Ein wesentlicher Faktor für sicheres Velofahren ist der optimale Reifendruck. Er hängt von Reifenbreite, Gewicht, Schlauch- oder Tubeless-System, Felgentyp und Untergrund ab. Grundregel:
- Schmale Reifen = höherer Druck
- Leichtere Fahrerin/leichter Fahrer = weniger Druck
Zu viel Druck macht das Fahrgefühl hart und vor allem auch langsam, zu wenig Druck erhöht das Pannenrisiko. Gut gewählt sorgt der Druck für Komfort, Grip und ein geschmeidiges Abrollen. Gerade bei Nässe oder Schnee gibt ein tendenziell tieferer Reifendruck mehr Grip und Sicherheit.
Bist du unsicher bezüglich Reifendruck? Dann berechne z.B. mit diesem Tool den perfekten Luftdruck: https://axs.sram.com/guides/tire/pressure
Besonders im MTB- und Gravelbereich verbessert ein passender Reifen mit gutem Profil die Traktion. Entscheidend ist aber auch das Können: richtiges Bremsen, gutes Gleichgewicht und die richtige Reaktion auf rutschige Stellen. Fahrtechnikkurse können hier enorm helfen – und bringen auch erfahrenen Fahrerinnen und Fahrern mehr Sicherheit.
Moderne Bekleidung: Funktional und sichtbar
Kälte und Nässe wirken sich deutlich auf den Fahrer aus. Wer friert, reagiert langsamer, bremst schlechter und sitzt verkrampfter. Daher ganz wichtig: warme, funktionale Kleidung von Kopf bis Fuss. In Sachen Textiltechnologie sind viele Standards längst etabliert: GoreTex, Primaloft und andere Materialien sorgen für Wetterschutz, Isolation und geringes Packmass. Wichtig bei Dunkelheit (und vor allem auch Dämmerung!): gute Sichtbarkeit durch Reflexelemente. Ergänzend eignen sich reflektierende Westen oder Bänder. Die kosten fast nichts und zeigen grosse Wirkung bezüglich Sichtbarkeit. Selbstredend ersetzen sie aber NIE eine gute Beleuchtung sondern sind nur ergänzend.
Technik-Gadgets: Nice-to-have, aber kein Ersatz
Airbag-Systeme, Alarmhelme oder Radarsysteme können punktuell sinnvoll sein, ersetzen aber keine gute Fahrtechnik. Gerade bei E-Bikes ist das Beherrschen des Velos entscheidender als Hightech. Wer sicherer fahren will, profitiert meist stärker von einem Fahrtechniktraining als von zusätzlicher Ausstattung.




