Badreddin Wais, a Syrian living in Switzerland, is a member of Team Tempo-Sport bikespeed.ch. On September 20, he will compete in the race of his life. Thanks to the support of various sponsors, the cyclist will be competing in the individual time trial at the World Cycling Championships in Bergen, Norway. He will be up against Stefan Küng, Tony Martin, and others. His goals are clear: to make the most of this amazing experience and give it his all.
The friendly young man on his high-tech bike is beaming as brightly as the sun. Fresh from a grueling training session on his time trial bike, the Syrian is bursting with energy. His German is excellent, and his enthusiasm is palpable. No wonder: for Badreddin Wais, every racer’s dream is coming true. On September 20, he will compete in the individual time trial at the World Championships in Bergen, Norway, standing on the starting line alongside elite riders with big names like Tony Martin and Stefan Küng. He received the invitation at the very last minute, just at the end of August. Yet for the 26-year-old competitive athlete, this is anything but a given. He fled his hometown of Aleppo for Switzerland about three years ago. In Syria, he was a member of the national cycling team and one of the most promising young talents. Until the civil war changed everything for the sports student. Wais is a recognized refugee and now lives in Pfäffikon (SZ). He is doing everything he can to continue his education here.
An incredible wave of solidarity
Über die schwierige Zeit hat ihn aber stets auch der Sport hinweggeholfen. So hat er auch in der Schweiz schon bald wieder begonnen, möglichst oft auf dem Rennvelo zu sitzen. Auch Rennen konnte er wieder fahren. Verschiedene Clubs und Teams haben ihn von Beginn weg unterstützt. In diesem Frühjahr lancierten wir bei Tempo-Sport eine Sammelaktion und ermöglichten ihm damit, mit konkurrenzfähigem Material am Start diverser Velorennen zu stehen und nun auch die Reise nach Norwegen anzutreten. Dank vieler Einzelpersonen – vor allem aus dem Team Tempo-Sport bikespeed.ch – und mehreren Materialsponsoren wie CUAG (Argon 18 etc.) oder Velok (Profile Design etc.) konnten wir innerhalb weniger Tage die ganze Saison von Badreddin sichern. Uns hat diese riesige Solidarität überwältigt.
Schon bald stellten sich dieses Jahr wieder gute sportliche Ergebnisse ein. Dies blieb auch dem syrischen Verband nicht verborgen. Der Nationaltrainer nominierte deshalb den Flüchtling bar jeder politischer Ideologie für die Weltmeisterschaften in Bergen. Auch für Wais steht der Sport im Vordergrund. „Ich starte zwar für Syrien, aber ich mache das aus rein sportlichen Aspekten“, stellt der Syrer klar. „Für mich bietet sich hier sportlich eine einmalige Chance, die ich unbedingt nutzen möchte“. Dabei hat der Zeitfahrspezialist durchaus schon seine internationalen Erfahrungen gemacht. 2009 stand er bereits an einer Weltmeisterschaft am Start, ebenfalls im Zeitfahren. Damals noch als Junior. Und es war auch 2009, als er an den arabischen Meisterschaften in Katar die Bronzemedaille holte.
Ready for a wet race, too
Darauf angesprochen, welche Ziele er denn in Norwegen verfolge, meint Wais: „Selbstverständlich werde ich alles geben. Ich freue mich vor allem auf die Erfahrung, gegen die ganz grossen Namen antreten zu dürfen. Realistische Chancen für eine Spitzenklassierung habe ich nicht, aber ich möchte mich so teuer verkaufen wie möglich“. Und dafür gibt er auch im Training alles. Die Strecke in Bergen ist anspruchsvoll. Die 34 Kilometer lange Zeitfahrstrecke endet nach einem flachen Stadtkurs mit einem drei Kilometer langen Schlussaufstieg von 10% Steigung. Eine sehr schwierige Aufgabe, gilt es doch, von der kompromisslosen Aeroposition möglichst rasch in den Bergzeitfahrmodus zu wechseln. Mit Scheibenrad und Zeitfahrmaschine, wohlgemerkt. Wais versucht dies im Training so gut wie möglich zu simulieren. Die Strassen in der Linthebene kennt er von seinen unzähligen Zeitfahrtrainings mittlerweile auswendig. Die Rennhärte holt er sich zurzeit auch am Dienstagabend bei den Rennen auf der offenen Rennbahn in Oerlikon, wo er sich mit den Besten des Faches messen kann. Zudem fährt er regelmässig die harten Intervalltrainings mit dem Veloteam von Tempo-Sport bikespeed.ch. Auch ein anderer Aspekt ist ihm wichtig. „Bergen ist eine der regenreichsten Städte in Europa. Deshalb trainiere ich bewusst auch auf dem Zeitfahrvelo immer wieder im Regen, um die Kurventechnik zu verfeinern und für alle Verhältnisse gewappnet zu sein.“
Sagt es und entschwindet auf seiner Zeitfahrmaschine in sein Trainingsrevier zwischen Schmerikon und Ziegelbrücke. An diesem Tag bei strahlendem Sonnenschein.


